Fricktal als lebenswerten Lebensraum fördern

Frick Zehn Personen haben die "Stiftung pro Fricktal" ins Leben gerufen

Am Anfang stand eine Idee von Anton Rüetschi, Treuhänder aus Gipf-Oberfrick. Zehn Personen haben sodann die "Stiftung pro Fricktal" ins Leben gerufen. Und bald werden – hoffentlich – noch weitere Gleichgesinnte dazustossen. Die Stiftung hat zum Ziel, das Fricktal mit all seinen Facetten zu fördern, um den Lebensraum Fricktal in seiner Vielfalt zu erhalten.

 


"Stiftung pro Fricktal" Initiant Anton Rüetschi zusammen mit den Mitgliedern des Stiftungsrates Rosmarie Rüetschi, Heinz Schmid (Präsident) und Werner Güntert (v.l.) FOTO: GHI

 

GERI HIRT

Gleichsam im Untertitel führt die neue Stiftung das Motto "Vom Fricktal – fürs Fricktal". Dies umreisst in kurzer Form Sinn und Zweck dieser Institution. Anton Rüetschi hatte vor einigen Jahren die Vision, eine Institution zu gründen mit dem Ziel, den schönen Lebensraum Fricktal lebenswert zu erhalten. Dazu sollten die vorhandenen vielfältigen Bestrebungen kultureller, volkskundlicher und wirtschaftlicher Art gefördert werden. Es gebe im Fricktal Leute, denen es wirtschaftlich gut gehe und die bereit seien, andern zu helfen, sagte Anton Rüetschi. Doch dem Einzelnen fehle die entsprechende Organisation, und zudem wolle er vielleicht anonym bleiben. Die Frage stelle sich oft auch für Personen, denen das Fricktal am Herzen liege, beim Abfassen des Testamentes. Anton Rüetschi schwebt eine Stiftung vor, die dort hilft, wo keine staatliche Hilfe zur Verfügung steht. Die Idee reifte in der Diskussion mit seiner Frau Rosmarie und unter Beizug von Fürsprecher Benno Studer. Studers Vorschlag diente als Grundlage für die Gründung der Stiftung.

Startkapital von 240 000 Franken
Zehn Personen haben am 28. Juni 2001 die "Stiftung pro Fricktal" gegründet und diese mit einem Startkapital von 240 000 Franken ausgestattet. In der Zwischenzeit hat sich die Stiftung organisiert, sodass sie am Mittwochabend die Presse informieren konnte. Jeder der Stifter oder Destinatäre äufnete mit mindestens 20 000 Franken das erwähnte Startkapital. Dieser Betrag bildet die Voraussetzung, um als aktiver Stifter mitwirken und mitbestimmen zu können. Doch auch kleinere Beträge sind selbstverständlich willkommen, wie Anton Rüetschi betont, und er liess nicht unerwähnt, dass solche Donationen steuerbefreit sind. Er hoffe, dass weitere Personen sich mit den Stiftungszielen identifizieren könnten und als Destinatär der Stiftung beitreten würden, insbesondere auch Leute aus dem unteren Fricktal, sagte Anton Rüetschi.

Hilfe zur Selbsthilfe
Die Stiftung sehe ihre Aufgabe nicht nur im Geldgeben, und dies schon gar nicht nach dem Giesskannen-Prinzip, erklärte Heinz Schmid, Gemeindeschreiber in Frick und Präsident der "Stiftung pro Fricktal". Gemäss den sechs Bestimmungszwecken sollen im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe Initialzündungen gegeben, respektive unterstützt werden. Bei der Förderung eines Jungunternehmers beispielsweise könne dies auch in der Beratung, Vermittlung von Kontakten und Mithilfe bei Bewilligungsverfahren geschehen. "Die Stiftung ist für vieles offen und bereit, sich in einem sehr breiten Wirkungsfeld zu engagieren", sagte Heinz Schmid.
Werner Güntert aus Münchwilen, ebenfalls Mitglied des Stiftungsrates, präsentierte einen druckfrischen Prospekt, der in allen Gemeindekanzleien aufgelegt wird. Darin wird Zweck, Ziel und Organisation der unabhängigen, politisch und konfessionell neutralen Stiftung dargelegt. Dem Stiftungsrat gehören momentan folgende drei Persönlichkeiten an: Heinz Schmid, Gemeindeschreiber, Frick, (Präsident); Werner Güntert, ehemaliger Gemeindeschreiber von Münchwilen in Münchwilen (Aktuar); Rosmarie Rüetschi, Gipf-Oberfrick (Mitglied). Der Stiftungsrat kann auf fünf Personen erweitert werden; angestrebt wird eine künftige Vertretung aus dem unteren Fricktal. Jeder der Stiftungsräte betreut zwei Bereiche, wobei er von einem Stellvertreter aus dem Kreis der Destinatäre sekundiert wird, wie Rosmarie Rüetschi darlegte. Heinz Schmid betreut die Bereiche Kultur und Kunst, Werner Güntert ist für den Lebensraum und Jungunternehmer zuständig, während Rosmarie Rüetschi für die Bereiche Hilfe und Jugend verantwortlich zeichnet. Vorgesehen ist, dass sich die Stifter zweimal jährlich zum Gedankenaustausch und zur Mitarbeit treffen. "Der Stiftungsrat wird kein isoliertes Leben führen – die Ideen sollen von den Destinatären in den Stiftungsrat einfliessen", betonte Anton Rüetschi, der selber dem Stiftungsrat nicht angehört.

Stiftung pro Fricktal: Kontaktadresse: Anton Rüetschi, c/o Rüetschi Treuhand- und Verwaltungs AG, Gipf-Oberfrick.

 

ZIELE DER "STIFTUNG PRO FRICKTAL"
In einem Prospekt hat die "Stiftung pro Fricktal" ihre Ziele wie folgt definiert:

  1. Die Förderung kultureller und volkskundlicher Belange des Fricktals durch Beiträge an kulturelle Werke und Anlässe, Vereine, Personen und Institutionen, die sich kulturellen und volkskundlichen Aufgaben des Fricktals widmen.
  2. Die Unterstützung hilfsbedürftiger Bewohner mit Wohnsitz im Fricktal, sei es direkt oder durch Unterstützung von Institutionen, die sich dem gleichen Zweck widmen. Die Unterstützung umfasst auch Ausbildungsbeihilfen (z. B. Zweitausbildung) und Unterstützung der beruflichen Wiedereingliederung.
  3. Die Förderung der Jugendarbeit durch Beiträge an entsprechende Organisationen und Institutionen.
  4. Erhaltung, Förderung und Entwicklung des fricktalischen Lebensraumes in seiner ökologischen, kulturellen und historischen Vielfalt.
  5. Förderung von Jungunternehmen im fricktalischen Raum.
  6. Unterstützung fricktalischer Künstler und Kunstschaffenden mit Wohnsitz im Fricktal und/oder Bürger einer Fricktaler Heimatgemeinde.

 

Selber etwas für die Erhaltung des Umfeldes tun

Nachgefragt Anton Rüetschi, Initiant der "Stiftung pro Fricktal"

Herr Rüetschi, war die Idee zur Gründung einer Stiftung ein Geistesblitz?

Anton Rüetschi: Von der Idee bis zu konkreten Formen einer solchen Institution dauerte es eine längere Phase. Doch, man kann sagen, dass es schliesslich doch ein eigentlicher Geistesblitz war.

Was bedeutet Ihnen das Fricktal?

Rüetschi: Das Fricktal ist meine Heimat, im Fricktal fühle ich mich sehr wohl. Ich bin ein Fricktaler mit Herz und Seele. Daraus entstand auch die Idee, mit Geld aus dem Fricktal etwas für das Fricktal zu tun – und dies auf vielfältige Art.

Die Liebe zum Fricktal ist somit ein starker Antrieb hinter der Stiftung.

Rüetschi: Ja, da ist einerseits sicher die ausgeprägte Liebe zum Fricktal dahinter, aber andererseits noch viel stärker der Gedanke, selber etwas zur Erhaltung des schönen Lebensraumes Fricktal zu tun.

Das Fricktal fühlt sich innerhalb des Kantons oft benachteiligt, muss man daher zu einer Art Selbsthilfe greifen?

Rüetschi: Wir sind vom Kanton nicht benachteiligt. Wenn wir etwas nicht erhalten haben, dann sind wir selber schuld, dann haben wir uns zu wenig bemerkbar gemacht.

In welchen Bereichen liegt das Potenzial des Fricktals?

Rüetschi: Das Fricktal verfügt über sehr schöne Wohnlagen, eine ausgezeichnete Infrastruktur und recht viele Arbeitsplätze. In dieser sehr schönen Gegend mit einer aufgeschlossenen Bevölkerung kann sich jedermann wohl fühlen. (ghi)

 

 

QUELLE: Aargauer Zeitung, Freitag, 8. Februar 2002

 

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