Stiftung pro Fricktal zieht eine positive Bilanz aus den ersten zwei Jahren ihres Wirkens
Brückenfunktion für Menschen und Organisationen

 

Die Stiftungsräte Toni Rüetschi, Rosmarie Rüetschi, Heinz Schmid und Werner Güntert (v. l.). (Foto: ghi)

Die Idee, hilfsbedürftigen Menschen und Organisationen im Fricktal mit Geld aus dem Fricktal zu helfen, führte vor zwei Jahren zur Gründung der Stiftung pro Fricktal. Gestern konnte eine sehr positive Bilanz gezogen werden: 35 Gesuchstellern wurde mit total 43 000 Franken geholfen.
von Geri Hirt

Toni Rüetschi aus Gipf-Oberfrick hatte die Idee und setzte sie in die Tat um: Insgesamt 10 Stifter legten im Jahr 2002 mit einem Kapital von 240 000 Franken den Grundstein für die Stiftung pro Fricktal. Die Entwicklung ist eine echte Erfolgsgeschichte, denn das Kapital hat sich aufgrund von Legaten in der Zwischenzeit vervielfacht. Dies wird es der Stiftung erlauben, aus dem Zinsertrag künftig jährlich 50 000 Franken auszurichten. Dennoch wird die Stiftung weiterhin auf neue Geldgeber angewiesen sein, wie Stiftungsratspräsident Heinz Schmid, Frick, erklärte. 

35 Gesuche bewilligt, 8 abgelehnt

Die Stiftung hat sich sechs Stiftungszwecke zugelegt: Förderung kultureller und volkskundlicher Belange; Unterstützung Hilfsbedürftiger; Förderung der Jugendarbeit; Erhaltung, Förderung und Entwicklung des Lebensraumes; Förderung von Jungunternehmern; Unterstützung fricktalischer Kunstschaffender. An 35 Gesuche,welche die Kriterien der Stiftung erfüllten, konnten Beiträge von insgesamt 43 000 Franken ausgerichtet oder zugesagt werden. In verschiedenen Fällen konnte Hilfe geleistet werden, ohne dass Beiträge ausbezahlt werden mussten, was auch im Sinne der Stiftung liegt. So gewährte man zinslose Darlehen für eine bestimmte Laufzeit, gab limitierte Defizitgarantien und erteilte Ratschläge. «Die Leute sollten nachher möglichst auf eigenen Füssen stehen können», sagte Heinz Schmid. Die Gesuche würden streng geprüft, «denn wir möchten nicht mit einem Selbstbedienungsladen verwechselt werden». Zudem wolle man weder die öffentliche Sozialhilfe ersetzen noch Selbstverwirklichungstrips finanzieren. Unterstützt wurde die ganze Palette der Gesellschaft: zum Beispiel alleinerziehende Frauen, die sich weiterbilden lassen. Stiftungsrätin Rosmarie Rüetschi stellte dabei die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, anstelle von Weiterbildungskursen Kurse für Paare zu finanzieren – Prävention zu leisten, statt Feuerwehr zu spielen? Schulabgänger ohne Lehrstelle erhielten Hilfe, Jugendliche bekamen mit einer Defizitgarantie eine finanzielle Absicherung für einen Grossanlass, das Pfadiheim Stein wurde mit einem Beitrag bedacht. Unterstützt wurden auch verschiedene Buchprojekte sowie Theater-und andere kulturelle Veranstaltungen von Klassik bis Hip-Hop. Einen Anerkennungsbeitrag erhielt das Projekt Sulzer Trachten. «Der Bedürfnisnachweis für die Stiftung ist erbracht worden», resümierte Heinz Schmid. «Unsere Strukturen sind nun gefestigt und praxistauglich.» Man werde die Hände nicht in den Schoss legen. Für die künftige Tätigkeit seien bereits weitere Ideen vorhanden. Damit diese weitergeführt und ausgedehnt werden könnten, brauche auch in Zukunft Geldgeber. Die Stiftung pro Fricktal ist vom Kanton als gemeinnützig anerkannt, sodass die Spenden steuerlich in Abzug gebracht werden können. Wer einen Betrag von 20 000 Franken leistet, wird Mitglied der Stifterversammlung.

 

 

QUELLE: Aargauer Zeitung, 15. Januar 2004

 

Artikel als PDF herunterladen

zurück