Die neue Stiftung "Pro Fricktal" informierte in Frick über ihre Ziele
Aus dem Fricktal, im Fricktal, für das Fricktal

 


Sie informierten über die neue Stiftung: (v.l.) Initiant Anton Rüetschi, Stiftungsratsmitglied Rosmarie Rüetschi, Stiftungsratspräsident Heinz Schmid, Aktuar Werner Güntert. (Foto: hot)


Mit Geldern aus dem Fricktal etwas im und für das Fricktal in Bewegung setzen. Dieses lobenswerte Ziel hat sich die neue Stiftung "Pro Fricktal"gesetzt, deren Initiant Anton Rüetschi, Gipf-Oberfrick, am Mittwoch gemeinsam mit dem dreiköpfigen Stiftungsrat an einer Medienkonferenz in Frick über Sinn und Zweck dieser im Juni 2001 mit einem Startkapital von 240000 Franken gegründeten Stiftung informierte.
von Werner Hostettler

Bei seiner Verabschiedung aus der Neuen Aargauer Bank (NAB) hatte der Initiant der neuen Stiftung "Pro Fricktal", Anton Rüetschi, Gipf-Oberfrick, erklärt, sich künftig gezielt im sozialen Bereich einzusetzen und dort etwas Spezielles zu leisten. An der Medienkonferenz vom Mittwoch in Frick hielt Anton Rüetschi unter anderem fest: "Ich durfte und darf immer wieder feststellen, dass es vielen Einwohnerinnen und Einwohnern im Fricktal finanziell gut geht und sie auch bereit sind, anderen zu helfen." Beispielsweise bei Testamenten würden sich allein stehende Personen oftmals die Frage stellen, wie sie ein Teil ihres Vermögens sinnvoll im und für das Fricktal einsetzen können.

Mit 240000 Franken gestartet
Vielen liege die Zukunft des Fricktals sehr am Herzen, führte Anton Rüetschi weiter aus und ergänzte: "Dies nicht nur kulturell und wirtschaftlich, sondern auch ausbildungsmässig." Die Idee der Gründung einer Stiftung "Pro Fricktal" sei kein Schnellschuss gewesen, erklärte der Initiant und führte aus, er habe das Ganze nicht nur sehr eingehend mit seiner Gattin Rosmarie ("sie hat eine sehr soziale Ader") durchbesprochen, sondern auch mit Dr. Benno Studer, Fürsprecher und Notar in Laufenburg. Anton Rüetschi: "Die Stiftung ‹Pro Fricktal› will nur dort helfen, wo keine staatlichen Gelder zur Verfügung stehen."
Wenn auch die 240000 Franken Startkapital noch kein respektabler Betrag seien, habe man doch bereits vor einiger Zeit mit der Arbeit begonnen. Anton Rüetschi verdankte den Einsatz und die Bereitschaft sowohl der drei Stiftungsräte Heinz Schmid, Frick (Präsident), Werner Güntert, Münchwilen (Aktuar), und Rosmarie Rüetschi, Gipf-Oberfrick (Mitglied), als auch von Dr. Benno Studer. Rüetschi versprach abschliessend: "Ich werde mich künftig dafür einsetzen, dass die Idee so gut wie möglich umgesetzt wird und dass man später mal sagen kann: das ist eine gute Sache."

Sechs Zweckbestimmungen
Stiftungsratspräsident Heinz Schmid wies darauf hin, auf der Welt sei bekanntlich lange nicht alles zum Besten bestellt und auch im Fricktal sehr viel getan werde für die Welt. Aber: "Auch hier bei uns im Fricktal besteht ein echter Handlungsbedarf. Gerade darum will sich unsere Stiftung ganz gezielt für und in unserem eigenen Lebensraum einsetzen."
Heinz Schmid nannte die sechs Zweckbestimmungen (siehe separates Kästli) und wies in Bezug auf die Förderung von Jungunternehmen im fricktalischen Raum hin, dass in diesem Bereich nicht in erster Linie eine finanzielle Unterstützung in Frage komme, sondern beispielsweise die Vermittlung von wichtigen Kontakten oder auch die Unterstützung bei Bewilligungsverfahren.
Der Präsident weiter: "Die Stiftung ist für vieles offen, sie ist auch bereit, sich in einem sehr breiten Wirkungsfeld zu betätigen." Selbstverständlich – so wurde an der Medienkonferenz betont – könnten auch jederzeit Projekte an den Stiftungsrat herangetragen werden, dieser könne aber auch von sich aus, also von innen heraus, eine Idee lancieren und beispielsweise eine Projektgruppe einsetzen. Es seien denn auch bereits einige Ideen entwickelt worden.

"...damit etwas bewegt wird"
Werner Güntert stelle den von einem jungen Fricktaler geschaffenen Werbeprospekt der Stiftung vor, der künftig auf allen Gemeindekanzleien aufliegen wird. Rosmarie Rüetschi betonte, es gehe nun nicht einfach darum, viel Geld zu sammeln und anzuhäufen. Allgemein wurde an der Medienkonferenz der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass nun mit diesem Schritt an die Öffentlichkeit via Medien "etwas bewegt wird". Als ein gutes und nachahmenswertes Beispiel wurde das Fricktaler Unternehmen genannt, das auf die Weihnachtsgeschenke an die Kunden verzichtete und den so eingesparten Betrag zur Verfügung stellte.
Angesprochen auf ein mögliches Mitwirken von Personen aus dem unteren Fricktal im Stiftungsrat hielt Anton Rüetschi fest: "Irgendwo mussten wir nun einfach mal starten und in einem Gebiet mit unserer Tätigkeit beginnen. Aber es ist durchaus denkbar, dass auch Leute aus dem unteren Fricktal im (fünfköpfig vorgesehenen) Stiftungsrat Einsitz nehmen können, wir sind offen für eine Unterteilung." Weiter wurde festgehalten, dass die Stiftung "Pro Fricktal" beispielsweise auch eine Federführung übernehmen und damit einer guten Idee zum Durchbruch verhelfen könne.

 

Sinn und Zweck
(hot) Die neue Stiftung «Pro Fricktal» bezweckt im Einzelnen die Förderung kultureller und volkskundlicher Belange des Fricktals durch Beiträge an kulturelle Werke und Anlässe, Vereine, Personen und Institutionen, die sich kulturellen und volkskundlichen Aufgaben des Fricktals widmen; weiter die Unterstützung hilfsbedürftiger Bewohner mit Wohnsitz im Fricktal, sei es direkt oder durch Unterstützung von Institutionen, die sich dem gleichen Zweck widmen. Die Unterstützung umfasst auch Ausbildungsbeihilfen (z.B. Zweitausbildung) und unterstützt die berufliche Wiedereingliederung. Ferner bezweckt die Stiftung die Förderung der Jugendarbeit durch Beiträge an entsprechende Organisationen und Institutionen, die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des fricktalischen Lebensraumes in seiner ökologischen, kulturellen und historischen Vielfalt, die Förderung von Jungunternehmen im fricktalischen Raum und schliesslich die Unterstützung fricktalischer Künstler- und Kulturschaffender mit Wohnsitz im Fricktal und/oder Bürger einer Fricktaler Heimatgemeinde. Als Fricktal gelten die Gemeinden der beiden Bezirke Laufenburg und Rheinfelden sowie Densbüren (Bezirk Aarau), Effingen, Elfingen,Bözen und Hottwil (Bezirk Brugg). Die Stiftung «Pro Fricktal» ist unabhängig, politisch und konfessionell neutral; sie bezweckt keinen wirtschaftlichen Nutzen und die Arbeit wird aus gemeinnütziger Gesinnung geleistet.

 

 

 

QUELLE: Fricktal Bote, Freitag, 8. Februar 2002

 

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