Aus dem Fricktal - für das Fricktal

(HFE) Anton Rüetschi arbeitete 40 Jahre bei der Neuen Aargauer Bank, die letzten 22 Jahre als Regionalleiter. Nach seiner Pensionierung gründete er die Rüetschi Treuhand- und Verwaltungs AG in Gipf-Oberfrick. Während dieser Tätigkeit kamen ihm regelmässig Testamente in die Hände von Personen, die entweder eine eigene Stiftung gründen oder einen Teil ihres Vermögens einer Stiftung vermachen wollten - grösstenteils einzelne Aktionen, mit beschränkten finanziellen Mitteln und mit speziellen Zielen. Dies bewog Anton Rüetschi eine Sammelstiftung zu gründen um diese finanziellen Mittel zu bündeln. Leitgedanke dabei war, Geld und Kräfte "aus dem Fricktal für das Fricktal" einzusetzen. Am 28. Juni 2001 fand die Gründungsversammlung der Stiftung pro Fricktal statt, mit zehn Personen und einem Startkapital von 240`000 Franken. In den Stiftungsrat wurden Heinz Schmid, Gemeindeschreiber in Frick, als Präsident gewählt, als Stiftungsrätin Rosmarie Rüetschi aus Gipf-Oberfrick und als Aktuar Werner Güntert, ehemaliger Gemeindeschreiber aus Münchwilen.


Ziele der „Stiftung pro Fricktal“

1. Die Förderung kultureller und volkskundlicher Belange des Fricktals durch Beiträge an kulturelle Werke und Anlässe, Vereine, Personen und Institutionen, die sich kulturellen und volkskundlichen Aufgaben des Fricktals widmen.

2. Die Unterstützung hilfsbedürftiger Bewohner mit Wohnsitz im Fricktal, sei es direkt oder durch Unterstützung von Institutionen, die sich dem gleichen Zweck widmen. Die Unterstützung umfasst auch Ausbildungsbeihilfen (z. B. Zweitausbildung) und Unterstützung der beruflichen Wiedereingliederung.

3. Die Förderung der Jugendarbeit durch Beiträge an entsprechende Organisationen und Institutionen.

4. Erhaltung, Förderung und Entwicklung des fricktalischen Lebensraumes in seiner ökologischen, kulturellen und historischen Vielfalt.

5. Förderung von Jungunternehmen im fricktalischen Raum.

6. Unterstützung fricktalischer Künstler und Kunstschaffenden mit Wohnsitz im Fricktal und/oder Bürger einer Fricktaler Heimatgemeinde.



Brückenfunktion für Menschen und Organisationen


Heinz Schmid,
Präsident
An der Presseinformation in Frick Mitte Januar, wies Heinz Schmid, Präsident des Stiftungsrates und Fricker Gemeindeschreiber daraufhin, „dass bei allem Engagement zur Linderung von Not in der weiten Welt mit ihrem Wohlstandsgefälle aber nicht vergessen werden darf, dass es auch bei uns im Fricktal Anliegen gibt, die förderungswürdig sind. Hier erfüllt die Stiftung ihre Brückenfunktion für Menschen und Organisationen, die entweder Hilfe brauchen oder für sinnvolle Zwecke etwas leisten möchten. Wir haben bisher über 33 Gesuche entschieden und konnten in den meisten Fällen willkommene Hilfe leisten. Acht Begehren mussten wir abweisen, weil sie nicht dem Stiftungszweck entsprachen. Bei der Unterstützung hilfebedürftiger Fricktaler ersetzen wir nicht die öffentliche Sozialhilfe und finanzieren auch keine Selbstverwirklichungstrips. Wir sind aber mit Beiträgen an eine seriöse Weiterbildung behilflich, wenn diese die berufliche Wiedereingliederung in Hinblick auf die spätere finanzielle Unabhängigkeit erleichtern. Obwohl unsere Strukturen nun gefestigt und praxistauglich sind, legen wir die Hände nicht in den Schoss. Für die zukünftige Tätigkeit sind im Stiftungsrat weitere Ideen vorhanden, über die wir Sie informieren werden, wenn sie ausgereift und gründlich vorbereitet sind.“


Rosmarie Rüetschi
Stiftungsrat
„Ich bin für die Stiftungsbereiche Hilfe und Jugend verantwortlich. Beide wurden in der vergangenen Zeit öfters beansprucht, das hat sicher mit der allgemein schlechteren wirtschaftlichen Lage zu tun. Man spürt, dass vielerorts ein rauerer Wind als auch schon weht.“


Werner Güntert
Stiftungsrat und Aktuar
„Oftmals ist es schwierig, genau abzugrenzen, welchem Stiftungszweck ein Gesuch zugewiesen wird, weil z.B. ein Gesuch im Zusammenhang mit Jugendlichen ohne weiteres gleichzeitig auch die Förderung kultureller und volkskundlicher Belange betreffen kann. Nebst effektiver materieller Hilfe für verschiedene Antragssteller, im Betrag von über 43`000 Franken, konnte die Stiftung verschiedentlich wirkungsvolle immaterielle Hilfe leisten.

Stiftungsräte gesucht – Legate oder Spenden willkommen
Kleine Beträge sind sehr willkommen. Wer sich aktiv bei der Erfüllung des Stiftungszweckes und an der Wahl des Stiftungsrates beteiligen will, ist mit einer Minimaleinlage von 20`000 Franken dabei. Die Stiftung ist politisch und konfessionell neutral und wird aus gemeinnütziger Gesinnung geleistet. Zudem ist die Stiftung gemäss Entscheid des Kantonalen Steueramtes als gemeinnützig anerkannt. Spenden an die Stiftung pro Fricktal (Raiffeisenbank Gipf-Oberfrick, Konto-Nr. 1335221) können demzufolge steuerlich in Abzug gebracht werden.


Auch das Kindertheater „Stafikids“ konnte einen Förderbeitrag entgegennehmen.

Fotos: zVg / HFE

 

 

 

QUELLE: Fricktaler Freizeits Magazin, Januar 2004

 

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