"Stiftung pro Fricktal"

Gezielter Einsatz für den Lebensraum Fricktal

Von zehn Personen wurde im Juni 2001 mit einem Startkapital von 240 000 Franken die «Stiftung pro Fricktal» (vom Fricktal - fürs Fricktal) gegründet. Die Stiftung will sich bewusst für den eigenen Lebensraum, das Fricktal, einsetzen. Die Stiftung hat mit sechs Zweckbestimmungen ein sehr breites Wirkungsfeld: Kulturelle und volkskundliche Bestrebungen, Hilfe zur Selbsthilfe für Unterstützungsbedürftige, Jugendarbeit, fricktalischer Lebensraum, Jungunternehmungen, Unterstützung von Künstlern und Kulturschaffenden.

 

Othmar Müller
Letzte Woche wurden im Gemeindehaus Frick die neue Stiftung, ihre Zwecke und ihre Organisation vorgestellt. Zu diesen Themen äusserte sich der Initiator, Anton Rüetschi, Gipf-Oberfrick und die Stiftungsratsmitglieder Rosmarie Rüetschi, Gipf-Oberfrick; Heinz Schmid, Frick, Präsident und Werner Güntert, Münchwilen, Aktuar. Bei seinem Abschied von der Neuen Aargauer Bank habe er sich vorgenommen, sich künftig gezielt im sozialen Bereich einzusetzen und dort etwas Spezielles zu leisten, erklärte der Initiant der Stiftung, Anton Rüetschi, zu Beginn seiner Ausführungen. Immer wieder habe er festgestellt, dass es vielen Einwohnerinnen und Einwohnern im Fricktal gut geht und diese bereit sind, auch andern zu helfen. Bei Testamenten hätten sich alleinstehende Personen oft gefragt, wie sei einen Teil ihres Vermögens im und für das Fricktal einsetzen könnten. Die Idee einer Stiftung habe er mit seiner Gattin, aber auch mit Freunden, besprochen und er sei rasch auf Zustimmung gestossen. Die Stiftung wolle dort helfen, wo keine öffentlichen Gelder zur Verfügung stünden. Sie wolle aber nicht nur mit Geld helfen, sondern auch mit Beratung. Sicher werde die Frage gestellt, warum schon wieder eine Stiftung? Viele der bestehenden Stiftungen seien in ihren Zwecken durch die Stiftungsurkunde sehr beschränkt. Bei der neuen Stiftung sei der Spielraum sehr gross.

Stiftung für vieles offen
Präsident des dreiköpfigen Stiftungsrates ist Gemeindeschreiber Heinz Schmid, Frick. Auch im Fricktal bestehe ein Handlungsbedarf. Die sechs Zweckbestimmungen sollen in einem ausgeglichenen Verhältnis gefördert werden. 1. Der Stiftung liegen kulturelle und volkskundliche Bestrebungen am Herzen. 2. Ein Anliegen ist die Hilfe zur Selbsthilfe für unterstützungsbedürftige Personen. 3. Als wichtig und förderungswichtig wird die Jugendarbeit anerkannt. 4. Unterstützung verdient die Pflege des fricktalischen Lebensraumes in seiner Eigenart und Schönheit. 5. Jungunternehmen soll der Weg zum Erfolg erleichtert werden. Gerade hier denkt man nicht in erster Linie ans Geld, sondern an Beratung, Vermittlung von Kontakten, Hilfe bei Bewilligungsverfahren. 6. Die Stiftung will auch Künstler und Kulturschaffende unterstützen, zum Beispiel auch bei der Raumvermittlung für Ausstellungen. Daraus ist ersichtlich, dass die Stiftung für vieles offen und bereit ist, sich in einem breiten Wirkungsfeld zu betätigen. Rosmarie Rüetschi betonte, dass es nicht einfach darum gehe, viel Geld zu sammeln und wieder zu verteilen, sondern dass Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund stehe. Die Stiftung sei keine Sozialhilfe und wolle auch nicht die Hilfe der öffentlichen Hand ersetzen. Werner Güntert, früher Gemeindeschreiber in Münchwilen, stellte den von einem jungen Fricktaler Künstler geschaffenen Prospekt vor, welcher allen Gemeindekanzleien im geographischen Fricktal, Bezirke Rheinfelden und Laufenburg, Gemeinden Densbüren, Effingen, Elfingen, Bözen und Hottwil zugestellt wird und dort öffentlich aufliegt.
Stiftungsorgane sind die Stifter- respektive Destinatärversammlung, der Stiftungsrat und die Revisionsstelle. Dem Stiftungsrat gehören an die zehn Stifter und zu ihnen stossen können alle Donatoren mit einer Minimaleinlage von 20 000 Franken. Zuständig für Unterstützungsbeiträge ist der Stiftungsrat: Rosmarie Rüetschi für Personenhilfe und die Jugendarbeit, Werner Güntert für Lebensraum und Jungunternehmen und Stiftungsratspräsident Heinz Schmid für Kultur und Kunst. Stifter und Destinatäre sind zuständig für die Wahl des Stiftungsrates und beteiligen sich aktiv bei der Erfüllung des Stiftungszweckes. Auch Sponsoren sind herzlich willkommen. Kontaktadresse ist Anton Rüetschi, Treuhand- und Verwaltungs AG, 5073 Gipf-Oberfrick.

 

QUELLE: Fricktaler Zeitung, Donnerstag, 14. Februar 2002

 

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